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Forschung & klinische Praxis

Das Bewegungsanalyselabor der Orthopädischen Universitätsklinik Friedrichsheim gGmbH in Frankfurt trägt zur Therapieplanung und Erfolgskontrolle von operativen Eingriffen bei Patienten mit verschiedenen orthopädischen Erkrankungen bei. Ein wesentlicher Vorteil der Instrumentellen 3D-Bewegungsanalyse ist die Objektivierung von funktionellen Defiziten und Kompensationsmechanismen beim Gehen oder beim Ausführen bestimmter Bewegungen (z. B. im Schultergelenk). Die standardisierte Instrumentelle 3D-Bewegungsanalyse als Diagnostikum kommt sowohl in der klinischen Routine als auch in der Forschung zum Einsatz. Ein Schwerpunkt ist daher die enge Verzahnung von klinisch orientierter Forschung mit der Patientenversorgung. Zum einen werden in diesem Labor grundlagenorientierte Projekte, wie die Entwicklung neuer Analysemethoden und biomechanischer Modelle verfolgt, zum anderen werden die zur Verfügung stehenden Methoden genutzt, um in klinisch angewandten Studien die funktionellen Auswirkungen operativer sowie konservativer Therapien zu evaluieren und letztendlich zu optimieren. Auch die Arthroseforschung und die daraus häufig resultierende endoprothetische Versorgung des Knie- und Hüftgelenks fallen in diesen Bereich.

Im Folgenden werden einige Beispiele dargestellt, die die Anwendung von Forschungsergebnissen in der klinischen Praxis zeigen:

  • Die Identifikation von Gangabweichungen sowie wissenschaftliche Erkenntnisse über Kompensationsmechanismen bei bestimmten Krankheitsbildern tragen dazu bei, durch eine gezielte Gangschulung / physiotherapeutische Behandlung das Gangbild zu verbessern und Folgeschäden (Überlastung und Verschleiß von Gelenken) zu vermeiden. 
  • In einer wissenschaftlichen Studie an Patienten mit Achsfehlstellungen (Varus- / Valgusfehlstellung) konnte gezeigt werden, dass die statische Achsfehlstellung mit biomechanischen Veränderungen des Gangbildes einhergeht. Die 3D-Ganganalyse kann somit als Diagnosetool im klinischen Alltag verwendet werden, welches zum besseren Verständnis der Beziehung zwischen Gelenkbelastung und dem Auftreten oder Fortschreiten der Gelenkknorpeldegeneration / Arthrose bei Patienten mit Achsfehlstellungen dient.  
  • In verschiedenen Studien wurde untersucht, inwieweit derotierende Umstellungsosteotomien mit der funktionellen Änderung im Gangbild zusammenhängen. Diese Erkenntnisse finden ihren zeitnahen Eingang in die klinische Regelversorgung bei diesen Patienten und können somit die Planung von Derotationsosteotomien optimieren.