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Pressemitteilungen/News

Aktion Saubere Hände – 2016 im Friedrichsheim Frankfurt am Main06. Dezember 2016

Die Aktionstage fanden am Donnerstag 13. und am Freitag 14. Oktober 2016 statt.

Die Aktionstage fanden am Donnerstag 13. und am Freitag 14. Oktober 2016 statt.

Im Zentrum des Interesses stehen an beiden Tagen winzige Vertreter der belebten Umwelt: Bakterien. Werden sie im Krankenhaus ubertragen, kann eine mögliche Infektion entfacht werden. Fachlich umschrieben ist es eine „Nosokomiale Infektion“ und gilt bei der Anwendung richtig umgesetzter Verhaltensregeln grundsätzlich als vermeidbar. Die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung steigt mit der Belegungsdichte, wenn viele Patienten gleichzeitig behandelt werden. Eine nicht rechtzeitige erkannte Besiedlung kann den Therapieverlauf stark verändern und so einen längeren Krankenhausaufenthalt zur Folge haben.

Seit Jahren wird eine in der Bevölkerung zunehmende Resistenzentwicklung bestimmter, sogenannter gramnegativer (MRGN) Bakterienarten, beobachtet. Aber auch grampositive Bakterien (MRSA) sind schon länger bekannt und werden in unserem Haus untersucht und bekämpft (search and destroy). Daher sind mögliche Erreger zu Beginn einer jeden Krankenhauseinweisung rechtzeitig zu erkennen. Demzufolge lautet die Handlungsaufforderung am Aktionstag „Aktion Saubere Hände“, zu dem das Nationales Referenz Zentrum, ein Institut am Robert-Koch-Institut Berlin, alle Krankenhäuser jährlich zu weiteren gemeinsamen Anstrengungen aufruft, Händedesinfektion ist DER wirksame Schutz gegen eine Übertragung und Verbreitung aller Bakterien, vor allem gegenüber Antibiotika - resistenten Bakterienarten.

Das RKI schätzt, dass jährlich ca. 400.000 nosokomiale Infektionen im Krankenhaus unbeabsichtigt, aber aufgrund unsauberer Hände entstehen. Der wesentliche Ansatz ist die Übertragung krankmachender Bakterien zu unterbinden - durch den häufigen und richtigen Einsatz von Händedesinfektionsmittel in Ausbildung / Therapie / OP / Stationen / Sondereinheiten / und in den Momenten von Aufnahme und Entlassung. Die richtige Anwendung und den sachgerechten Einsatz von alkoholischem Händedesinfektionsmittel kann jeder üben. Dazu ist an beiden Tagen zu Demonstrationszwecken speziell eingefärbtes Desinfektionsmittel im Einsatz. Damit wird der Erfolg jeder richtig durchgeführten Desinfektionsmaßnahme sofort unter einer Schwarzlichtlampe sichtbar.

Aktionstag saubere Hände

Schüler der Schule für Physiotherapie, Kurs 44.

Es gibt inzwischen mehrere Gruppen antibiotikaresistenter Krankheitserreger. Eine häufig zu beobachtende Besiedlung betrifft bestimmte, überwiegend auf der Haut vorkommende Bakterien (Staphylokokken). Die Antibiotika-Resistenz-Eigenschaften verhelfen ihnen zu ihrem Namen: MRSA.

Im Aufnahmeprozess soll eine Untersuchung zur fraglichen Besiedlung mit Methicillin-Resistent-Staphylokokkus-Aureus (MRSA) ohne große Wartezeiten erfolgen und schnell den richtigen Hinweis geben, um die Therapie nach Behandlungsleitlinien darauf auszurichten.

Dazu setzt die Orthopädische Universitätsklinik Friedrichsheim gGmbH ein sehr schnell arbeitendes Gerät (Genie II) mit einem sensiblen Test (eazyplex® MRSA) ein. Damit ist „das Erkennen von MRSA gegenüber dem Anlegen einer Kultur mit einem Ergebnis nach ca. 48 Stunden, vergleichsweise schnell in nur 20 min. durchzuführen“, so Frau Dr. Gränz, Senior Produkt Managerin. Es gilt „Just in Time“ mögliche Fragen von Patienten und Fachpersonal zu beantworten. Der eigentliche Test findet unter Laborbedingungen in der Ambulanz der Klinik statt.

 

Aktionstag saubere Hände, Vortrag

Frau Dr. Gränz, Firma Amplex im Gespräch.

Durch einen Nasenabstrich haften an einem kleinen Mikrofasertupfer zum Teil durch Elektrostatik, wie man es von einer am Körper geriebenen Folie kennt, die dann Haare anhebt, nun vorhandene Bakterien an, um sie der anschließenden MRSA-Untersuchung zuzuführen.

Das Gerät erfasst selbst kleinste DNA-Bestandteile von MRSA und zeigt sie im Ergebnis an. Alle Beteiligten profitieren davon: der Aufnahmeprozess wird beschleunigt, die Chance einer nosokomialen Infektion wird verringert und den Mitpatienten im Zimmer wird eine zusätzliche Sicherheit für ihren Krankenhausaufenthalt gegeben. Viele Patienten, die zur Behandlung in unserer Ambulanz waren, die Mitarbeiter der Klinik und die Schüler der Schule für Physiotherapie freuen sich über die gelungenen
Aktionstage.

Text: Christoph Maurer, Fachkraft für Hygiene, Orthopädische Universitätsklinik Friedrichsheim gGmbH, im Oktober 2016.

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