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Bibliothek

Bis dato sind ca. 5700 Titel nach Verfasser- und Titelangaben sowie nach Schlagworten in einer Datenbank vor Ort sowie online im Verbund der Frankfurter Museumsbibliotheken recherchierbar.

Schon seit der Gründung des Museums 1959 ist die Bibliothek ein zentraler Bestandteil der Sammlung. Sammlungsschwerpunkt ist, gemäß der Aufgabenstellung des Museums, chirurgisch-orthopädische Fachliteratur, Literatur zur Orthopädietechnik, Behindertenhilfe, zur Geschichte der Orthopädie, Institutionengeschichte sowie zur Medizingeschichte allgemein.

Mit einem Bestand von ca. 6000 Medieneinheiten ist die Sammlung die größte Spezialbibliothek für Orthopädiegeschichte in Deutschland. Den Grundstock des Bestandes bilden Nachlässe von dem Orthopäden und Medizinhistoriker Bruno Valentin, Edmondo Venezian aus Rom sowie dem Würzburger Orthopäden Konrad Port.

Ferdinando Warner's Vollständige und deutliche Beschreibung der Gicht
Ferdinando Warner's Vollständige und deutliche Beschreibung der Gicht (1770)

Andreas Vesalius De humani corporis fabrica
Andreas Vesalius (1555, 2. Aufl.) De humani corporis fabrica

Chronographisch liegt der Schwerpunkt des Bestandes im 19. und 20. Jh.. 130 Werke stammen aus der Frühzeit der Orthopädie vor 1850, die Frühesten aus dem 16. Jh., darunter De humani corporis fabrica (1555) von dem belgischen Anatom und Arzt Andreas Vesalius.

Nicht unerwähnt darf die über 600 Titel zählende Sammlung der Hochschulschriften (v. a. Dissertationen) bleiben.
Das Projekt ist noch nicht abgeschlossen. Ziel ist es, auch die zahlreichen Zeitschriftenbände sowie die mehrere 1000 Aufsätze umfassende Sonderdrucksammlung für ein interessiertes Fachpublikum zu erschließen.

Die Bibliothek steht allen Interessierten zur Verfügung. Alle Medieneinheiten werden als Präsenzbestand gehalten und nur für wissenschaftliche Zwecke ausgeliehen. Auf Nachfrage kann auch ein Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt werden. Um eine telefonische Voranmeldung wird gebeten (Tel. 069/6705-377).

Bruno Valentin

Bruno Valentin (1885-1969) war von 1925-1936 Chefarzt der Orthopädischen Klinik Annastift in Hannover. Aus rassistischen Gründen wurde er von den Nationalsozialisten aus Deutschland vertrieben und immigrierte nach Südamerika. Er verfasste nach 1945 unter anderen die Geschichte des Gipsverbandes (1956) und die Geschichte der Orthopädie (1961).

Andreas Vesalius (1514-1564)

Zur Überwachung des ersten Druckes reiste Vesalius 1543 eigens nach Basel. Am 12. Mai veranstaltete er an der Medicinischen Fakultät eine öffentliche Sektion an der Leiche eines hingerichteten Verbrechers. Das präparierte Skelett wird heute im Anatomischen Museum Basel aufbewahrt und gilt als das älteste anatomische Präparat.